Gesang, Stimmbildung

Zur Stimme

Singen kann man oder man kann es nicht", "der hat ja überhaupt keine Stimme", "so singe ich auch ‑ in der Badewanne" ‑ solche und ähnliche Zitate über das ureigenste Instrument des Menschen kann man immer wieder und überall hören und wie das ist, steckt auch immer ein Stückchen Wahrheit darin. Zunächst ist es hilfreich die Stimmer wirklich als "Instrument" zu betrachten, denn dann lernt man viele Dinge, über die oft in falscher und irreführender Weise geredet und auch gelehrt wird. Zuerst ist "Singen das Ergebnis einer Summe von Muskelbewegungen, von denen jede der Stimme einen charakteristischen Beiklang gibt" (Singen: Husler/Marling, Mainz, 1965). Um eben diese Muskelbewegungen geht es vor allem in der Stimmbildung und im Gesangsunterricht. Jeder Mensch besetzt die anatomischen Anlagen zum Singen, d.h. singen kann von seinen physischen Voraussetzungen her jeder ‑ auch wenn er, wie man sagt, "keine Stimme" besitzt. "Wer nicht singen kann, dem fehlt dazu nicht etwa das Gesangsorgan, sondern es befindet sich dieses lediglich in einem zum Singen denkbar ungünstigen Zustand" (ebd.) Diesen Zustand mit Hilfe gezielter Übungen in einen "günstigen Zustand zu versetzen, ist eine der wesentlichen Aufgaben der Stimmbildung. Eine weitere Aufgabe der Stimmerziehung liegt in der Entwicklung und Formung der Stimme. Hier ist noch nicht von der künstlerischen Entwicklung der Sängerin oder des Sängers die Rede, sondern von einer Art "Gymnastik" des Gesangsorgans", um es zu kräftigen und zu stützen. So mag die Äußerung eines Sängers nicht mehr ganz so verwunderlich erscheinen, der zum Gesang einer Kollegin äußerte, sie habe eben noch nicht genügend Kraft um wirklich leise singen zu können. Unabhängig davon ob eine Sängerin oder ein Sänger nun "Stimme" besitzt oder nicht, steht am Beginn des Gesangsunterrichts immer die Stimmbildung. Über den weiteren Weg entscheiden ‑ wie bei jedem anderen Instrument auch ‑ der Fleiß und die Begabung des Schülers. Singen kann jeder und überall!

Pflege

Instrumentenkosten fallen keine an, dafür ist die Pflege und das regelmäßige Üben "auf dem Instrument" genauso wichtig wie bei allen anderen Instrumenten. Wer wenig übt, wird keinen Erfolg haben, weil das Instrument nicht das "tut", was man will. Wer schon über einen längeren Zeitraum Stimmbildungs‑ /Gesangsunterricht hat, der kann bestätigen, was für unglaubliche stimmlichen Entwicklungen manchmal zu Tage treten. Man braucht auch hier Geduld, vor allem wenn die Stimme schon "erwachsen" ist und der schnelle Erfolg sich nicht einstellen mag.

Anfangsalter

Ein gutes Anfangsalter ist wie bei vielen anderen Instrumenten 8 bis 10 Jahre. Natürlich wird auf die besondere physiologische Entwicklung in diese Zeit Rücksicht genommen. Aber auch später ist ein Einstieg jederzeit möglich. Besonders hilfreich ist die Stimmbildung bei Erwachsenen, die von Berufs wegen viel Sprechen müssen oder auch einfach nur ihre stimmlichen Eigenschaften trainieren und verbessern möchten ohne sängerische Ambitionen damit zu verbinden.

Und dann?

Die Möglichkeiten zur gesanglichen Betätigung sind enorm reichhaltig: Kinderchor, Jugendchor, Kirchenchor, Gesangverein, Vokalensemble, Band, Sologesang, Singen mit Kindern und Jugendlichen als Gruppenleiterin (Erzieherin, Lehrerin u. a.) oder nur zur eigenen Freude.

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Dobmeier Ingeburg

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Singschule (Jugend)